Im Film - Carl Gustav Jung: Face to Face (BBC 1959) - erzählt er interessante Beispiele. Mit Hilfe derer gelangte er zur Entdeckung der "Archetypen", nachdem ihm die Ähnlichkeit vieler Bildmotive in Mythen, Träumen und Phantasien seiner Patienten aufgefallen war, die keinen direkten Kontakt miteinander gehabt haben.

Ausschlaggebend war ein Erlebnis mit einem Patienten, der Jung einmal sagte, in die Sonne zu blinzeln und dabei den Kopf zu drehen. Als Jung ihn fragte, was denn dort zu sehen sei, antwortete dieser: Die Sonnenröhre – wenn ich meinen Kopf hin- und her bewege, so bewegt sie sich ebenfalls, und das ist der Ursprung des Windes.

Vier Jahre später las C.G. Jung in einem gerade veröffentlichten Buch über einen griechischen Papyrus, in dem vom Mithras-Kult berichtet wurde. Darin wurde eine Röhre erwähnt, die vom Antlitz der Sonne herabgelassen wird und den Ursprung des Windes darstellt. Das Bemerkenswerte ist nicht nur die Übereinstimmung zwischen der Halluzination des Patienten und des über 2000 Jahre alten Papyrus, sondern auch die Tatsache, dass der Papyrus zum Zeitpunkt der Halluzination noch gar nicht veröffentlicht war. Der Patient konnte die alte Schrift nirgendwo gesehen haben.

Jung begann, weitere Träume von Kindern und seinen Patienten genauer zu betrachten und fand ähnliche Parallelen zu Sagen-, Mythen und Märchen. Nach C. G. Jung gibt es nicht nur ein individuelles, sondern auch ein kollektives Unbewusstes: Wir alle erben Archetypen. Das kollektive Unbewusste mit seinen archetypischen Vorstellungen steht stark in Zusammenhang mit Bildern.

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 Die geheime Sprache der Blumen Früher glaubten viele Menschen, dass Blumen mehr als nur Pflanzen waren. Sie galten als stille Botschafter geheimer Gefühle. In der viktorianischen Zeit konnten ein paar sorgfältig ausgewählte Blumen Liebe, Sehnsucht oder sogar einen versteckten Abschied bedeuten. Wer die Sprache der Blumen verstand, konnte Botschaften lesen, die niemals laut ausgesprochen wurden. Heute ist dieses Wissen fast verschwunden. Wir schenken Blumen oft wegen ihrer Schönheit — ohne ihre verborgenen Bedeutungen zu kennen. Und doch wirken sie noch immer geheimnisvoll auf uns. Eine einzelne weiße Rose, verwelkte Blüten oder ein dunkler Strauß können Gefühle auslösen, die man kaum erklären kann. Vielleicht tragen Blumen ihre alten Geheimnisse noch immer in sich. Vielleicht haben wir nur vergessen, ihre Sprache zu verstehen.
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