Dominican Voodoo oder 21 Divisionen

Voodoo und Schamanismus gehören zu den ältesten spirituellen Traditionen der Menschheit. Sie sind eng mit Naturbeobachtung, Ahnenverehrung und dem Glauben an eine beseelte Welt verbunden. Obwohl sie in unterschiedlichen Regionen entstanden sind, teilen sie viele grundlegende Vorstellungen über das Verhältnis zwischen Mensch, Geist und Natur.

Voodoo hat seine Wurzeln vor allem in Westafrika und entwickelte sich später in der Karibik weiter. Durch den transatlantischen Sklavenhandel vermischten sich afrikanische Glaubenssysteme mit Elementen des Christentums und indigenen Traditionen. 


Dominikanischer Voodoo (Las 21 Divisiones)

Der dominikanische Voodoo, auch bekannt als „Las 21 Divisiones“, ist eine spirituelle Tradition der Dominikanischen Republik. Er entstand aus der Vermischung westafrikanischer Glaubenssysteme, indigener Taíno-Vorstellungen und katholischer Einflüsse aus der Kolonialzeit. Anders als der haitianische Voodoo ist diese Tradition weniger international bekannt, spielt jedoch im religiösen Alltag vieler Dominikanerinnen und Dominikaner eine wichtige Rolle.

Im Zentrum von Las 21 Divisiones stehen spirituelle Wesen, die als Misterios oder Divisiones bezeichnet werden. Diese Geister sind in verschiedene Gruppen eingeteilt, darunter die División Blanca, División India und División Negra. Jede Division steht für bestimmte Kräfte, Eigenschaften und Lebensbereiche wie Schutz, Heilung, Liebe oder Gerechtigkeit. Viele dieser Geistwesen sind mit katholischen Heiligen synkretisiert, was die enge Verbindung zum Christentum widerspiegelt.

Rituale im dominikanischen Voodoo beinhalten Gebete, Kerzen, Räucherwerk, Musik, Trommeln, Tanz und Opfergaben wie Blumen, Rum oder Speisen. Spirituelle Medien, oft Servidores de Misterios genannt, treten in Trance, um von den Geistern „geritten“ zu werden und Botschaften oder Heilung zu übermitteln. Ziel der Rituale ist es, Harmonie wiederherzustellen, spirituellen Schutz zu erlangen oder Rat in persönlichen Lebensfragen zu erhalten.

Der dominikanische Voodoo ist keine organisierte Religion mit festen Dogmen, sondern eine lebendige Praxis, die von Region zu Region variiert. Er wird häufig privat oder in kleinen Gemeinschaften ausgeübt und ist tief mit der kulturellen Identität und Volksreligiosität der Dominikanischen Republik verbunden. Trotz gesellschaftlicher Vorurteile und Missverständnisse wird Las 21 Divisiones von seinen Anhängern als positive, heilende und schützende spirituelle Kraft verstanden.


Dieses Buch bietet einen fundierten Einblick in den dominikanischen Voodoo Las 21 Divisiones. Es erklärt Herkunft, spirituelle Strukturen und Rituale dieser oft missverstandenen Tradition und ordnet sie in ihren kulturellen und historischen Kontext ein. Eine kompakte, sachliche Einführung für Leserinnen und Leser, die sich für afrokaribische Spiritualität und Volksreligionen interessieren.



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